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Das Praktikum als Karrieresprungbrett

Ein mehrwöchiges Praktikum ist in vielen Studiengängen bereits ein fester Bestandteil der Studienordnung. Aber auch wenn dies nicht der Fall ist, sind Praktika äußerst wichtige Wegbegleiter für den späteren und erfolgreichen Einstieg in die Arbeitswelt. Es gibt unterschiedliche Zeitpunkte, zu denen ein Praktikum sinnvoll sein kann. Auch wird der Begriff "Praktikum" für ganz verschiedene Arten der Kurzzeitanstellung verwendet: vom Ferialpraktikum über das Auslandspraktikum bei einer wohltätigen Organisation, das studienbegleitende Pflichtpraktikum, bis zum unterbezahlten Praktikum nach dem Studienabschluss.

Wir bringen Licht ins Dunkel und haben für dich recherchiert, was du als JungakademikerIn bei der Wahl eines Praktikums beachten solltest, wie die rechtlichen Rahmenbedingungen aussehen, wie du die ersten Tage im Praktikum gekonnt meisterst und ob ein Praktikum auch das Tor zum erfolgreichen Schritt auf den Arbeitsmarkt sein kann.

    Praktikumsarten

    Welche Praktikumsarten gibt es?

    Ein Praktikum dient dem Zweck, erworbene Kenntnisse in der Praxis einzusetzen, zu stärken und Neues dazuzulernen. Auch der Einblick in die Arbeitsrealität soll gelingen. In Österreich verwendet man gerne den Begriff des "Ferialpraktikums", das allerdings primär dem Geldverdienen gewidmet ist und deswegen nicht zum eigentlichen Praktikumsbegriff zählt. Wir möchten dir einen Überblick über die verschiedenen Arten von Praktika geben, die für Studierende oder künftige HochschulabsolventInnen relevant sind.

    Das Pflichtpraktikum

    Das Pflichtpraktikum ist eine Art des Praktikums, das im Rahmen des Studiums verpflichtend abgeleistet werden muss. Meistens beträgt der Mindestzeitraum 4 bis 8 Wochen, je nach Curriculum des Studiums können auch mehrere und längere Pflichtpraktika notwendig sein. Theoretisch ist es möglich, den Zeitpunkt für das Pflichtpraktikum während des gesamten Jahres frei zu wählen, aus logischen Gründen sind aber die Semesterferien zu empfehlen.

    Bei Pflichtpraktika sind die Rahmen, in welchen thematischen Bereichen du tätig werden kannst, meistens klar abgegrenzt und die inhaltlichen und formalen Anforderungen an das Praktikum von deiner Uni bzw. FH vorgegeben. Ziel ist es, dass Studierende die bereits erlangten Kenntnisse anwenden, aber auch auf neue Herausforderungen und Inhalte professionell reagieren können. Weiters soll der Einblick in die Arbeitsrealität dabei helfen, die individuellen Schwerpunkte und Interessen des/der Studierenden besser ans Tageslicht zu bringen.

    Wichtig ist bei der Wahl eines Pflichtpraktikums daher, dass es facheinschlägige Inhalte umfasst, die eng mit deiner akademischen Ausbildung verbunden sind. Deshalb empfiehlt es sich, mit einer klaren Vorstellung an die Praktikumsgeber heranzutreten und nur Angebote anzunehmen, bei denen du auch sicher sein kannst, dass sie von deiner Hochschule anerkannt werden. Bei der Suche nach einem Praktikumsplatz sind dir in der Regel die Fachschaften oder die Studienberatung bzw. die ÖH behilflich.

    Wenn deine Studienordnung ein Pflichtpraktikum vorsieht, verfügen diese Stellen normalerweise über Datenbanken von Praktikumsgebern, bei denen sichergestellt ist, dass der Inhalt des Praktikums auch mit den Anforderungen der Studienordnung übereinstimmt. In der Regel helfen dann auch Praktikumsberichte über abgeschlossene Praktika dabei, bessere und schlechtere Praktikumsgeber zu identifizieren. Ein sehr guter Anhaltspunkt sind natürlich auch die Empfehlungen von Mitstudierenden, die ihr Pflichtpraktikum bereits abgeleistet haben.

    Praktikum als Karrieresprungbrett

    © chagin - Fotolia.com

    Freiwilliges Praktikum

    Wesentlich schwieriger kann die Suche nach einem freiwilligen Praktikum (auch "Volontariat") sein, da du in diesem Fall nicht so umfassend auf das Wissen der Studienberatung zurückgreifen kannst und vor allem deine Eigeninitiative und Recherchefähigkeit gefragt ist. Freiwillige Praktika wurden in den letzten Jahren immer wichtigere Bestandteile eines guten Lebenslaufes, da sie zeigen, dass die Bereitschaft, das theoretische Wissen auch in der Praxis anzuwenden, vorhanden ist. Bei vielen Stellenangeboten sind Praktika auf jeden Fall erwünscht oder werden sogar erwartet.

    Erster Anhaltspunkt für die Suche nach einem geeigneten Praktikum kann dein Netzwerk sein. Oft arbeiten Freunde, Bekannte oder Verwandte in einem Unternehmen, das PraktikantInnen sucht, oder können eine Empfehlung für dich aussprechen.

    Eine weitere Möglichkeit ist die Suche über das Internet, wobei hier das Schwarze Brett der ÖH klarer Branchensieger ist. Unter schwarzesbrett.oeh.ac.at/praktika/ findest du eine Vielzahl an Praktika, die übersichtlich nach Branchen sortiert sind und sich nur wenig von klassischen Stellenanzeigen unterscheiden. In der Regel sind sowohl die Dauer als auch die Bezahlung angeführt.

    Vorpraktikum

    Vor allem wenn du planst, außerhalb Österreichs zu studieren oder noch einen weiteren Abschluss im Ausland machen möchtest, kann die für heimische Ohren noch unbekannte Frage nach einem Vorpraktikum auftreten. Ein Vorpraktikum ist in der Regel zwischen der Matura und dem Beginn des Studiums positioniert und soll den/die StudienanfängerIn in seiner Studienwahl bestätigen. Ohne den erfolgreichen Abschluss vor Beginn des Studiums ist die Inskription an der Hochschule nicht möglich.

    Auslandspraktikum

    Eine beliebte, in der Regel aber auch sehr kostspielige aufwendig und langwierig zu organisierende Form des Praktikums, ist das Auslandspraktikum. Gerade für Menschen, die gerne Reisen, andere Kulturen kennenlernen oder ihre Sprachkenntnisse festigen wollen, bietet sich ein Praktikum im Ausland an. Mit einher gehen meistens intensive neue Freundschaften und die für die zukünftige berufliche Entwicklung prägende Erfahrung, in einem anderen Mentalitätsumfeld zu bestehen.

    Ein Auslandspraktikum kann natürlich selbst organisiert werden, wobei insbesondere auch arbeits- und aufenthaltsrechtliche Belange, die notwendige Kranken- und Unfallversicherung aber auch Fragen des Alltags (Wohnen, Transport, Kreditkarten usw.) vor der Abreise geklärt werden müssen. Bequemer, aber natürlich auch ein bisschen weniger aufregend ist es, sich an eine der vielen Vermittlungsagenturen zu wenden, die sich auf diesen Markt spezialisiert haben.

    Die Bandbreite an Angeboten für Auslandspraktika ist riesig und reicht von Volontariaten bei sozialen Institutionen in Dörfern des Globalen Südens bis hin zu kostspielig vermittelten Fachpraktika in PR-Agenturen in New York.

    Theoretisch ist es natürlich auch möglich, fachspezifische Pflichtpraktika im Ausland abzuleisten. Sollte dies für dich von Interesse sein, so ist dir deine Studienberatung sicherlich gerne bei der Vorbereitung und der Klärung vieler formaler Herausforderungen behilflich.

    Bezahlung

    Wirst du für deine Arbeit entlohnt?

    In der Regel stünde PraktikantInnen, da sie verglichen mit den Arbeitszeiten von regulär angestellten MitarbeiterInnen arbeiten und ähnliche Aufgaben übernehmen, auch eine entsprechende Entlohnung zu. Leider ist es in der Realität aber so, dass insbesondere Pflichtpraktika gar nicht oder nur weit unter dem vergleichbaren Gehalt eines/r MitarbeiterIn entlohnt werden. Häufig ist auch in den Kollektivverträgen der Branchen geregelt, dass PraktikantInnen ausdrücklich vom Anspruch auf ein Gehalt, aber auch den damit einhergehenden Pflichten gegenüber dem Arbeitgeber, ausgeschlossen sind.

    In der Praxis liegt es also an dir oder der jeweiligen Branche, ob du ein Gehalt, kleines Taschengeld oder zumindest materielle Vorteile (kostenloses Mittagessen, etc.) aushandeln kannst. Bei Pflichtpraktika stehen die Chancen dazu nicht besonders gut. Bei freiwilligen Praktika ist die Wahrscheinlichkeit auf eine Entlohnung in der Regel besser, bleibt aber trotzdem im unteren Rahmen.

    Versicherung

    Versicherung während eines Praktikums

    Ein schwieriges Kapitel ist die Frage, ob und wie du von deinem Praktikumsgeber bei der Sozialversicherung anzumelden bist. In der Regel brauchst du dich glücklicherweise aber nicht darum kümmern und dein Praktikumsgeber erledigt dieses sozialversicherungs- und steuerrechtliche Procedere für dich.

    Bei einem unbezahlten Praktikum während des Studiums ist es besonders wichtig, dass du deinen ÖH-Beitrag pünktlich bzw. spätestens bis zum Ende der Nachfrist des Folgesemesters bezahlst. Über die ÖH sind österreichische Studierende automatisch Mitglied in einer Unfall- und Haftpflichtversicherung, die auch alle möglichen Risiken während eines studienrelevanten Praktikums, jedoch nicht in der Freizeit, abdeckt. Sie gilt beinahe weltweit (Ausnahme Australien, Kanada und USA). Genauere Informationen hat die ÖH für dich.

    Planst du ein Auslandspraktikum, so musst du unbedingt den Krankenversicherungsschutz rechtzeitig klären, da er über deine Krankenkasse in der Regel nur in der EU bzw. dem EWR gilt. Eine private Auslandskranken- und Unfallversicherung ist ratsam.

    Bewerbung

    So bewirbst du dich richtig für ein Praktikum

    Die Bewerbungsunterlagen für ein Praktikum entsprechen dem Standard für Bewerbungen und bestehen aus AnschreibenAnschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen. Logischerweise erwartet dein potenzieller Praktikumsgeber nicht, dass du schon jahrelang Berufserfahrung vorweisen kannst. Vielmehr möchte er wissen, warum gerade du sich für sein Unternehmen bzw. seine Institution entschieden hast.

    Überzeuge mit deinen Fähigkeiten und Stärken

    Überzeuge ihn von deinen Fähigkeiten und erkläre schlüssig, wo und warum du deine Schwerpunkte und Ziele setzt. In der Regel ist es üblich, einen aktuellen Auszug aus deiner Notenübersicht einschließlich der abgelegten Prüfungen sowie eine Inskriptionsbestätigung beizulegen.

    Praktikumsbeginn

    Tipps für die ersten Tage im Praktikum

    Du hast es geschafft und ein Praktikum bei deinem Wunscharbeitgeber bekommen? Dann ist es an der Zeit, dir über die ersten Tage im Praktikum Gedanken zu machen. Neben Selbstverständlichkeiten wie Pünktlichkeit und einer ordentlichen Kleidung, die dem Dresscode des Unternehmens entspricht, musst du vor allem die Neugierde deiner KollegInnen stillen. Sie möchten wissen, wer sie für einige Wochen begleiten wird. Stelle dich daher vor und gib ihnen die Chance, dich kennenzulernen!

    Lunch mit den neuen Kollegen

    © nd3000 - Fotolia.com

    Baue dir ein Netzwerk auf

    Wichtig ist es, trotz einer Unzahl an neuen Informationen in den ersten Tagen auch am sozialen Leben im Unternehmen teilzuhaben. Gerade das gemeinsame Essen in der Mittagspause ist ein Ort dazu, dein Netzwerk der Zukunft aufzubauen, aber auch für eine angenehme Arbeitsatmosphäre und spannende Aufgabenzuteilung im Praktikumszeitraum zu sorgen.

    Praktikum nach dem Studium

    Generation Praktikum?

    Der bei weitem überwiegende Teil aller StudienabsolventInnen findet nach dem Studium durch den Direkteinstieg einen fixen Platz in der Arbeitswelt und erhält eine leistungsgerechte Bezahlung. Trotzdem nehmen, vor allen in Branchen wie dem Journalismus oder den Theaterwissenschaften, sogenannte prekäre Arbeitsverhältnisse auch in Österreich auf niedrigem Niveau zu. Dazu zählen auch Praktika, Anstellungen auf Werkvertragsbasis und nicht zuletzt Trainee-Programme.

    Für die Unternehmen ist die Situation ideal: Es entsteht keine dauerhafte Bindung an den/die MitarbeiterIn, Gehaltskosten und Abgaben können eingespart werden. Viele PraktikantInnen arbeiten dafür in der Regel für ein Gehalt, das häufig nicht ausreichend zum Überleben ist und von den Eltern oder aus Ersparnissen mitfinanziert werden muss.

    Ein Praktikum nach dem Studium kann ein Einstieg in den Arbeitsmarkt sein, es ist allerdings auch umstritten, ob es sich im späteren Lebenslauf positiv auswirkt. Zu lange Praktikumszeiträume solltest du auf jeden Fall vermeiden.

    08/2017

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