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Karriere in der Handelsbranche

Laut dem "trendence Graduate Barometer 2017" zählt die Handelsbranche zu den Top 10 der beliebtesten Branchen unter abschlussnahen Studierenden in Österreich. Eine Karriere in der Handelsbranche ist dabei ein Weg, der nicht nur für AbsolventInnen von wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen exzellente Entwicklungsmöglichkeiten für die berufliche Zukunft bietet. Auch BerufsanfängerInnen aus vielen anderen Fachrichtungen werden aktiv vom Handel umworben. Wir haben für dich recherchiert, erklären dir die Möglichkeiten, Richtungen und Karrierechancen, die dir der berufliche Einstieg im Handel bietet.

    Branchenüberblick

    Die Branche im Überblick

    Der Handel ist in der arbeitsteiligen Volkswirtschaft, wie wir sie heute beinahe auf der gesamten Erde haben, dafür verantwortlich, dass Güter in ausreichendem Maß vertrieben werden und zum Konsum zur Verfügung stehen. Der Güterherstellung selbst kommt dabei nur, wenn überhaupt, eine sehr nebensächliche Rolle zu. Stattdessen liegt der Schwerpunkt des Handels auf der Verteilung und dem Vertrieb der bereits hergestellten Produkte zu einem höheren Preis an die/den EndkonsumentIn als im Einkauf. Soweit die Theorie.

    Teilbereiche des Handels

    In der Praxis unterscheiden sich die verschiedenen Teilbereiche des Handels sowohl in ihrer Art als auch in ihren Aufgaben stark und bieten für karrierebewusste AufsteigerInnen eine gute Chance, weiter zu kommen. Grob kann man aus betrieblicher Sicht in den Einzelhandel (Geschäfte aller Art, Kaufhäuser, Versand- und Onlinehandel, Supermärkte, usw.) und den Großhandel (Belieferung und Sortimentsplanung/Marketing für den Einzelhandel) unterscheiden. Auf der räumlichen Ebene unterteilt man den Handel in zwei Gruppen: den Binnenhandel, also den Austausch von Waren, Dienstleistungen und Kapital im Inland oder einer Staatengruppe (z.B. innerhalb der EU) und den Außenhandel, der den Import und Export über internationale Grenzen hinweg bezeichnet.

    Karriere in der Handelsbranche

    © industrieblick - Fotolia.com

    Handel in Österreich

    In Österreich arbeiten knapp 600.000 Menschen im Handel, Tendenz steigend. Obwohl die Wachstumskurven nicht mehr jedes Jahr rasant in die Höhe klettern, so ist der Handel nach wie vor ein Wirtschaftszweig mit einem gesunden Wachstum, der von Jahr zu Jahr mehr Beschäftigten einen sicheren Arbeitsplatz bietet. Der Handel ist bekannt für seine steilen Karrierekurven, die oft in wenigen Jahren nach dem Berufseinstieg zu einer Position führen, von der man in anderen Branchen nur träumen kann. Vor allem in den großen Unternehmen des Einzelhandels, egal ob in der Lebensmittel-, Textil- oder der in Österreich von jeher stark vertretenen Sportartikelbranche, fand nicht erst seit der Öffnung der Märkte durch die EU-Osterweiterung ein rasanter Aufholprozess statt.

    Der Einzelhandel

    Zum Einzelhandel zählen von der kleinen Greißlerei an der Straßenecke bis zum global agierenden Online-Versandhändler noch unzählige weitere Geschäftsformen, die verschiedene Einstiegsmöglichkeiten bieten. Während das kleine Lebensmittelgeschäft vielleicht eher eine gute Chance für einen kurzen Job zum Geldverdienen oder für das Sammeln von Praxis ist, bieten die großen Player mehr. Sie konzentrieren sich nicht nur auf den Ein- und Verkauf von Waren und Dienstleistungen, sondern bieten ein Rundumerlebnis für die/den KonsumentIn.

    Um dieses Erlebnis erst möglich zu machen, sind neben der Warenwirtschaft eine ausgeprägte KundInnenorientierung, zielgruppengerechtes (Online-)Marketing und eine Menge an Logistik, online und offline, notwendig.

    Karriere in der Handelsbranche

    © NicoElNino - Fotolia.com

    Der Großhandel

    Im Gegensatz zum Einzelhandel sorgt der Großhandel dafür, dass der Prozess von der Herstellung bis zum Vertrieb von Gütern und Waren reibungslos funktioniert. Er ist sozusagen das Bindeglied zwischen Produzent, weiterverarbeitendem Gewerbe/Industrie und Einzelhändler. Technische Beratung, Serviceleistungen und Wartung zählen ebenso zu seinem Aufgabenfeld.

    Der Außenhandel

    Gerade für wirtschaftsstarke Standorte wie Österreich spielt der Außenhandel eine wichtige Rolle. Allein 2016 gab es laut den Zahlen der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) Exporte im Wert von ca. 130 Mrd. Euro und Importe im Wert von ca. 135 Mrd. Euro von österreichischen Unternehmen mit ausländischen Geschäftspartnern. Stärkste Handelspartner sind dabei unsere europäischen Nachbarländer, außerhalb Europas vor allem China, die USA und Japan.

    E-Commerce

    Der E-Commerce (Onlinehandel) ist im eigentlichen Sinne keine eigene Branche. Vielmehr ist er aber einer der Zukunftsmärkte des Einzelhandels mit stetig steigenden Umsatzzahlen. Neue Onlineangebote, einfache Versandlösungen und vor allem die Veränderung des stationären Handels durch digitale Bestellwege machen diese Branche weiter spannend. Auch für die Zukunft sind große Innovationen zu erwarten, da globale Onlinekonzerne bereits immer häufiger den Schritt in stationäre Vertriebsschienen wagen und den Markt testen.

    Berufseinstieg

    Dein Einstieg in den Handel

    Lange Zeit hatte der Handel nicht den allerbesten Ruf und er kämpft auch heute noch mit einem Imageproblem. Unflexible Arbeitszeiten auch zum Wochenende, hohe Stressbelastung und dabei nur ein schlechtes Einkommen sind einige Schlagworte, die bis heute noch in vielen Köpfen schwirren. Aber die Branche hat sich in den letzten Jahren rapide weiterentwickelt, international geöffnet und die Veränderungen der Zeit erkannt. Heute bietet der Handel viele Positionen, die weit weg von dem sind, womit du als KonsumentIn bei deinem Einkauf in einem Geschäft oder im Internet in Berührung kommst.

    Für eine Karriere im Handel musst du vor allem Flexibilität, kaufmännisches Denken, Teamfähigkeit und im Idealfall auch die notwendige Prise an "Zupackmentalität" mitbringen. Gerade im Außenhandel sind neben der Reisebereitschaft auch perfekte Englisch- und weitere Fremdsprachenkenntnisse gefragt, schließlich ist die Kommunikationsfähigkeit auch über Sprachgrenzen hinweg eine der Schlüsselqualifikationen im Handel.

    Berufseinstieg in der Handelsbranche

    © nd3000 - Fotolia.com

    Welche Möglichkeiten und Jobaussichten gibt es?

    AbsolventInnen mit einem Bachelor- oder Masterabschluss sind dem Handel heute willkommene KandidatInnen, auch, weil die Lehrberufe schwach besetzt sind und der geeignete Nachwuchs daher fehlt. Weiters gilt eine Karriere im Handel manchmal noch als zu wenig prestigereich, was daran liegt, dass in der Anfangszeit häufig Arbeiten zu erledigen sind, die nur bedingt auf der Agenda einer/s AkademikerIn stehen. Gerade die großen Handelsunternehmen haben darauf reagiert, und bieten neben Dualen Studiengängen (Beruf und Studium) viele Stellen für BerufseinsteigerInnen mit akademischem Background.

    Durch die Internationalisierung vieler Konzerne sind nicht nur WirtschaftswissenschaftlerInnen gefragt, auch JuristInnen, IT-SpezialistInnen, WirtschaftsinformatikerInnen, LebensmitteltechnikerInnen oder SpezialistInnen im Bereich von Human Resources haben beste Chancen.

    Klare Vorteile

    Flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit, auch an anderen Orten in der Welt Erfahrung zu sammeln, attraktive Traineeprogramme, eine ordentliche Bezahlung und nicht zuletzt die hohen Aufstiegschancen sind weitere Punkte, die klar für den Berufseinstieg und eine Karriere in der Handelsbranche sprechen.

    Top-Arbeitgeber

    Studienteilnehmer wählen beliebteste Arbeitgeber der Branche

    Das trendence Institut hat im Rahmen der Studie "trendence Graduate Barometer" Studenten und Absolventen befragt, bei welchem Arbeitgeber sie sich am ehesten bewerben würden. Hier die beliebtesten Handelsunternehmen:

    Die beliebtesten Unternehmen der Handelsbranche

    Platz im BranchenrankingPlatz im GesamtrankingTop-Arbeitgeber
    1.22. (4,2%)Hofer 
    2.30. (3,1%)Swarovski 
    3.34. (2,4%)IKEA
    4.44. (1,9%)Peek & Cloppenburg
    5.44. (1,9%)REWE
    6.48. (1,7%)dm-drogerie markt
    7.57. (1,2%)Spar Gruppe
    8.58. (1,1%)Lidl
    9.80. (0,6%)BILLA
    10.80. (0,6%)Bipa
    11.100. (0,3%)MPREIS
    Gehalt und Arbeitszeit

    Männer haben höhere Gehaltsvorstellungen

    Das trendence Institut befragt Studierende und Absolventen in der Studie "trendence Graduate Barometer 2017" alljährlich nicht nur zu ihren Top-Arbeitgebern, sondern auch hinsichtlich ihrer beruflichen Erwartungen zu Arbeitszeit und Gehalt.

    Welches Gehalt Studierende erwarten

    Die Mehrheit der befragten Studierenden (34,0%) mit Präferenz für die Handelsbranche geht von einem Jahreseinkommen von rund 30.000 bis 35.000 Euro aus. Eine kleinere Gruppe (22,0%) rechnet mit einem Lohn von durchschnittlich 35.000 bis 40.000 Euro brutto im Jahr. Zudem zeigt sich, dass sich die Gehaltsvorstellungen der weiblichen Teilnehmer stark von denen der männlichen Kollegen unterscheiden. So sind es vor allem die Frauen, die mit durchschnittlich 32.155 Euro jährlich 2.000 Euro weniger Lohn erwarten als die Männer. 

    Erwartetes Jahresgehalt*InsgesamtFrauenMänner
    15.000 bis 20.000 Euro2,6%2,4%3,0%
    20.000 bis 25.000 Euro11,4%10,3%13,4%
    25.000 bis 30.000 Euro12,4%14,5%8,6%
    30.000 bis 35.000 Euro34,0%43,4%16,4%
    35.000 bis 40.000 Euro22,0%16,0%33,2%
    40.000 bis 45.000 Euro3,1%3,4%2,6%
    45.000 bis 50.000 Euro7,8%4,9%13,4%
    50.000 bis 55.000 Euro2,7%3,1%1,9%
    Durchschnitt32.930 Euro32.155 Euro34.380 Euro

    * Bruttogehalt (bestehend aus dem Grundgehalt und Boni o.ä.) 

    Quelle: trendence Graduate Barometer 2017, Studierende mit Branchenpräferenz Handel

    Die Studierenden mit einer Affinität zu den Branchen Handel/ Konsumgüter/ FMCG sind bescheidener in ihren Gehaltswünschen als die Wirtschaftswissenschaftler insgesamt: Sie verlangen 32.930 Euro brutto Jahresgehalt, mehr als 2.500 Euro weniger als die Wirtschaftswissenschaftler im Durchschnitt. Dafür wollen sie mit 39,6 Stunden aber auch 1,8 Stunden weniger in der Woche arbeiten.


    Wie sehen die Einstiegsgehälter tatsächlich aus?

    Eine genaue Abgrenzung der Einstiegsgehälter ist schwierig, da sie in der Regel nicht über einen Kollektivvertrag reguliert sind und frei mit dem Arbeitgeber verhandelt werden. Gute Richtwerte gibt es allerdings aus dem AMS-Gehaltskompass, der individuelle Einstiegsgehälter für verschiedene Berufe zeigt.

    Als Uni- oder FH-AbsolventIn kannst du im Handel je nach Position mit einem Anfangsgehalt von rund 2.200 bis 3.000 Euro brutto pro Monat rechnen, wobei die E-Commerce-Branche klar an der höheren Gehaltsgrenze angesiedelt ist. MERKUR liegt mit einem Brutto-Monatsgehalt von 2.200 Euro genau in dieser Spanne, bei Hofer können Einsteiger sogar 66.000 Euro Jahresgehalt verdienen.

    Arbeitszeit im Handel

    Die Befragten, die ihre berufliche Zukunft im Handel sehen, gehen im Schnitt davon aus, 40 bis 44 Stunden pro Woche zu arbeiten. Männer sind dabei tendenziell eher bereit, Überstunden zu machen (ab 50 Wochenstunden).

    Erwartete wöchentliche ArbeitszeitInsgesamtFrauenMänner
    34 Stunden oder weniger12,5%12,3%12,8%
    35 bis 39 Stunden7,4%8,5%5,1%
    40 bis 44 Stunden61,5%63,3%57,8%
    45 bis 49 Stunden6,7%5,8%8,4%
    50 bis 54 Stunden10,2%8,7%13,1%
    55 Wochenstunden oder mehr1,8%1,3%2,8%
    Durchschnitt39,639,340,2

    Quelle: trendence Graduate Barometer 2017 - Business Edition, Studierende mit Branchenpräferenz Handel

    05/2017

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