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Digitalisierungswelle am Arbeitsmarkt - 74 % der Arbeitnehmer offen für Umschulungen

14. August 2017

Der demografische und technologische Wandel beeinflusst die Arbeitswelt der Zukunft maßgeblich und stellt dabei Arbeitnehmer quer durch alle Branchen vor neue Herausforderungen. Jedoch sind fast drei Viertel (74 %) der Beschäftigten weltweit bereit, neue Fertigkeiten zu erlangen oder sich auch vollständig umschulen zu lassen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu wahren. Zudem sind sie überwiegend der Ansicht, dass sie selbst für ihre Fortbildung verantwortlich sind und nicht ihre Arbeitgeber. Dies ist ein Kernergebnis der aktuellen PwC Studie "Workforce of the future: the competing forces shaping 2030" bei der weltweit mehr als 10.000 Arbeitnehmer befragt wurden. Dieses Ergebnis bestätigt die Tendenz zum kontinuierlichen, berufsbegleitenden Lernen, damit Arbeitnehmer mit den Auswirkungen der Technologie auf ihre Tätigkeiten und Arbeitsplätze Schritt halten können.

Zukünftig weniger stabile und langfristige Arbeitsverhältnisse

In der Studie werden mögliche Arbeitsszenarien für das Jahr 2030 analysiert, um zu ermitteln, wie konkurrierende Kräfte - einschließlich der Automatisierung - die Arbeitskraft der Zukunft formen. Der überwiegende Teil der Befragten ist dabei überzeugt, dass Technologie ihre Karrierechancen verbessert (65 %), wobei jedoch die Arbeitnehmer aus den USA und Indien diesbezüglich zuversichtlicher sind als jene in Europa. Insgesamt vertreten 73 % der Befragten die Ansicht, dass Technologie niemals die menschliche Intelligenz ersetzen kann und der überwiegende Teil ist überzeugt, dass menschliche Fähigkeiten immer gefragt bleiben werden.

"Das lebenslange Lernen setzt sich in der Erwebsbevölkerung zunehmend und altersunabhängig durch. Den Umfrageergebnissen zufolge glauben 60 % der Befragten, dass nur wenige Personen in der Zukunft stabile, langfristige Arbeitsverhältnisse haben werden", sagt Bianca Flaschner, Leader Human Resource Management, People and Organisation bei PwC Österreich. "Während in der Vergangenheit Qualifikationen für das gesamte Berufsleben erworben wurden, findet heute ein Umdenkprozess statt. Arbeitnehmer sind zunehmen bereit, alle paar Jahre neue Fertigkeiten zu erwerben, kombiniert mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung ihrer persönlichen Fähigkeiten, beispielsweise Führungskompetenzen."

Automatisierung gilt weiterhin als Bedrohung für Arbeitsplätze

Obwohl die Umfrageteilnehmer den Einfluss der Technologie positiv bewerteten - 37 % der Befragten sehen der zukünftigen Arbeitswelt mit Begeisterung entgegen -, besteht jedoch noch immer Besorgnis darüber, dass die Automatisierung negative Auswirkungen auf die Beschäftigung haben könnte. So fürchten insgesamt 37 % der Befragten, dass ihr Arbeitsplatz durch die Automatisierung gefährdet ist, im Vergleich zu nur 33 % im Jahr 2014. Mehr als die Hälfte (56 %) vertritt darüber hinaus die Meinung, dass die Regierungen entsprechende Maßnahmen ergreifen sollten, um Arbeitsplätze vor der Automatisierung zu schützen.

"Angst bremst die Zuversicht und die Bereitschaft zur Innovation. Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeiter in die Technologiedebatte einbeziehen. Nur so können diese verstehen, welche Auswirkungen die Technologie auf ihre Arbeitsplätze in der Zukunft haben kann, sich darauf vorbereiten und sich bei Bedarf fortbilden. Unternehmen dürfen diese bevorstehenden Änderungen nicht unterschätzen", so Bianca Flaschner.

Künstliche Intelligenz verbessert Arbeitskräfteplanung

Konkret präsentiert die Studie auch vier potentielle Arbeitswelten für das Jahr 2030: Damit sollen die möglichen Ergebnisse veranschaulicht werden, die sich innerhalb der kommenden zehn Jahre aufgrund der Auswirkungen von Megatrends, künstlicher Intelligenz, Automatisierung und maschinellem Lernen entwickeln können. Hierbei wird prognostiziert, wie sich die Arbeitskräfte in jedem dieser Teilbereiche anpassen, aber auch, in welchem Umfang die Technologie die Funktion jeder dieser Welten beeinflussen wird.

Bianca Flaschner: "Die Studie umreißt vier verschiedene Szenarien, von denen jedes einzelne die uns vertraute Arbeitsweise stark verändern wird. Niemand kann heute mit Gewissheit sagen, wie die Welt im Jahr 2030 aussieht, aber die wahrscheinlichen Aspekte dieser vier Bereiche werden auf gewisse Weise und in absehbarer Zeit Wirkung zeigen. So werden maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz beispielsweise dazu beitragen, die Arbeitskräfteplanung in der Zukunft erheblich zu verbessern. Wir dürfen jedoch nicht untätig warten, bis die Zukunft der Arbeitswelt Gegenwart ist. Unternehmen und Beschäftigte, die potenzielle Zukunftsszenarien und deren Auswirkungen nicht unterschätzen, sondern verstehen sowie vorausschauend planen, haben die größten Erfolgschancen."

Quelle: www.ots.at

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