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Frauen verlieren durch Gender Pay Gap durchschnittlich 435.000 €

10. Oktober 2017

Die Einkommensnachteile durch den Gender Pay Gap summieren sich über ein ganzes Erwerbsleben betrachtet: "Frauen verlieren durch den Gender Pay Gap durchschnittlich 435.000 Euro", rechnet Alice Kundtner, AK Vizedirektorin und Leiterin des Bereichs Soziales in der AK Wien, vor. Basis für die Berechnung sind die neuesten Daten der EU-weiten Verdienststrukturerhebung. Demnach bekommen Frauen durchschnittlich 900 Euro monatlich weniger bei durchschnittlich 34,5 Erwerbsjahren. Kundtner fordert: "Die Einkommensschere gehört endlich geschlossen!"

Unbezahlte Arbeit für andere statt Erwerbsarbeit

Um Kinderbetreuung, Hausarbeit und Altenpflege zu leisten verringern Frauen oft ihre Erwerbsarbeitszeit und verlieren dadurch durchschnittlich 586 Euro im Monat. Das sind 9.000 Euro im Jahr bzw. 310.000 Euro auf das Erwerbsleben hochgerechnet. Ein unzureichendes Angebot an Kinderbildung und -betreuung und zu wenig partnerschaftliche Arbeitsteilung drängen Frauen in die Teilzeitfalle.

Dabei arbeiten Frauen insgesamt mehr

65 Stunden pro Woche arbeiten erwerbstätige Frauen im Durchschnitt bezahlt und unbezahlt, Männer 63 Stunden.

Rollenbilder und Karrierechancen

Die schlechtere Bezahlung "typisch weiblicher" Berufe, die unterschiedlichen Branchen, in denen Männer und Frauen arbeiten und schlechtere Karrierechancen betragen aufs Erwerbsleben hochgerechnet 35.000 Euro des Gender Pay Gap.

90.000 Euro Nachteil bleiben unerklärt

Viele Benachteiligungen von Frauen, wie die Teilzeit, schlechtere Karrierechancen bis zur schlechteren Bezahlung frauentypischer Berufe dienen als Erklärung für die Lohnunterschiede. Aber selbst wenn man diese Faktoren alle herausrechnet, bleibt immer noch ein "unerklärbarer Rest" von 187 Euro durchschnittlich im Monat, den Frauen im Schnitt weniger verdienen. Im Laufe des Erwerbslebens summiert sich dieser "Rest" auf 90.000 Euro.

AK Vizedirektorin Alice Kundtner fordert, "Die Einkommensschere muss endlich geschlossen werden!", durch:

  • Unterstützung einer ausgewogenen Verteilung der Arbeitszeit zwischen Paaren. Eine Umsetzung der in Deutschland diskutierten Familienarbeitszeit soll daher auch für Österreich geprüft werden
  • Erleichterung von Erwerbstätigkeit und Entlastung von unbezahlter Arbeit durch Ausbau ganztägiger Angebote bei der Kinderbildung und -betreuung, ganztägiger Schulen und ausreichende Angebote in der Pflege
  • Verbindliche Maßnahmen zum Abbau der Einkommensschere, die aus den betrieblichen Einkommensberichten ersichtlich wird
Quelle: www.ots.at

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